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Etwas Rock´n Roll, viel Melodie und Stimme - und etwas Gothic.
Von Odd Magne Hansen, den 18. Oktober 2004
Übersetzt von Beate Milerski
Wir sind in der Ludwigsburger "Rockfabrik", einem alten Fabrikgebäude, das für metallische Musik eingerichtet wurde. Auf der Bühne steht ein norwegisches Stimmwunder im Madonnakorsett.
Die Lautstärke ist sehr hoch, bewegt sich genau an der Grenze, wo Musik zu undefinierbarem Lärm wird, doch ohne diese zu überschreiten.
Die Musiker der Gothic/Metallic-Band Atrocity treten zusammen mit Liv Kristine Espenæs unter dem Namen Leaves Eyes auf - Livs Augen - wenn man will.
Und sie hat schöne Augen. Schöne Stimme, schöner Körper, schöne Melodien, die während eines kreativen und lukrativenen Treffens im Studio im Winter 2003 von den Musikern der Band zusammengestellt wurden. Mit Livs eigenen Texten.
Monumentale Musik. Norwegian Lovesong: "I was living a dream, Norwegian homeland, my hearts belong to you".
Und "I climbed mountains so high, I discovered the deep". Die Texte sind einfach, aber nicht platt oder von peinlichen
Klischees geprägt. Und sie haben einige lyrische Höhepunkte, auch da, wo ein norwegischer Zuhörer sein stolzes
Nationalgefühl nicht wiedererkennt.
Liv Kristine (28) beherrscht die Szene. Abgesehen von den Gelegenheiten, bei denen Produzent Alexander Krull die Szene
beehrt und Kommentare zwischen den Liedern und etwas Vokaleinsatz beiträgt. Der Mann hat die prächtigste Haarmähne
der Rockgeschichte. Sie reicht bis zur Mitte der Oberschenkel, selbst bei aufrechter Haltung, und ist dick wie ein Schafpelz.
In typischem Metallrockstil schleudert er diese Mähne auf der Bühne herum, mit der Gefahr, sie in Gitarrenseiten und
Mikrofonständern zu verwickeln. Headbanging, wo die männlichen Mitglieder der Band das Haar und die Schläfe gegen imaginäre
Glaswände stoßen, effektvoll, vielleicht abgesehen vom Gitarristen Mathias Röder, der kürzere Haare hat als ein
Durchschnittsbüroangestellter, aber trotzdem den Kopf vor, zurück, auf und nieder schleudert wie die anderen. Die drei
anderen Bandmitglieder, Gitarrist Thorsten Bauer, Schlagzeuger Martin Schmidt und Chris Lukhaup, Bass, haben Mähnen,
die für eine hartre Ausgabe von Gothrock sicher mindesten weitere zehn Jahre ausreichen.
Dies ist Gitarrenmusik, mit Einlagen eines vorprogrammierten Synthesizers, der glücklicherweise dazu beiträgt, das Lautbild
zu verfeinern, das einige Male beinahe einer Gitarrentonwand gleicht.
Das Publikum sieht relativ normal aus. Viele haben langes, langes Haar, schwarzes Leder, einige Nieten sind zu sehen.
(Viele schöne Frauen!). Wir notieren Erfolg für die Stavangerschen Einlagen in Deutschlands melodiöser und metallischer
Musikszene und wünschen Leaves Eyes Glück für den Rest der Welttournee, die fortgesetzt wird mit Auftritten in Rockclubs
in vielen Ländern Europas, bevor sie nach dem deutschen Weihnachtsfest den Weg über den Atlantik nimmt und auf dem
amerikanischen Kontinent fortgesetzt wird.
Gut gemacht - wir haben noch Ohrensausen.
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